Gestaltungslehre - kirschkern
Sehen - Wie funktioniert das?
Mediengestaltung
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AP Sommer 2007
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Gestaltungslehre
Wahrnehmungsgesetze
Gesetzt der einfachen Form (Gesetz der Einfachheit):
Die Wahrnehmung wird auf Bewegung und einfache geometrische Formen wie Kreis, Rechteck, Quadrat und Dreick zurückgeführt.
Gesetzt der Nähe:
Objekte die nahe beieinander liegen werden als Gruppe wahrgenommen.
Gesetzt der Gleichheit (Gesetz der Ähnlichkeit):
Objekte die die gleichen Unterscheidungsmerkmale zu ihrer Umgebung haben werden als zusammengehörig wahrgenommen.
Gesetz der Konstanz (Gesetz der guten Fortsetzung):
Objekte die unterschiedlich gesehen aber als gleich bewertet werden.
Gesetz der Erfahrung:
Bekannte stark transformierte Formen werden trotzdem erkannt.
Gesetz der Geschlossenheit (Prägnanz):
Geschlossene Flächen werden als Einheit angesehen.
Gesetz der Figur-Grund-Trennung (Figur-Grund-Gesetz):
Das Objekt der Wahrnehmung muss sich vom Umfeld abheben, damit es wahrgenommen werden kann. Diese Aufteilung nennt man auch Segmentierung.
Die Segmentierung ist ein Teilgebiet der digitalen Bildverarbeitung und des maschinellen Sehens.
Gesetz der guten Gestalt (Superzeichenbildung)
Einzelzeichen werden zusammen gesetzt wahrgenommen als "Superzeichen". Bei vielen Formen ist man immer betrebt, eine Ordnung zu sehen, d.h. in der Wahrnehmung ordnet man automatisch visuelle Eindrücke nach bestimmten Ordnungskriterien, so dass sie gut wahrzunehmen sind. Es ist einfacher gegliederte Formen wahrzunehmen als ungegliederte.
Gestlatungsprinzipien:
Aleatorik
Aleatorik bedeutet Zufallsgestaltung. Es kann auf Improvisation, gelenkten oder automatischen Methoden bestehen. Für "gute" Ergebnisse ist es notwendig eine Vielzahl von Gestaltungen zu produzieren und diese in ihrer jeweiligen Qualität zu beurteilen.
Seriation, Reihung
Aneinanderreihen gleichartiger Elemente zu einem Superzeichen mit hohem Ordnungsgrad. Es wird unterschieden zwischen: Linienseriation, Flächenseriation, stetige Reihung, Reihung mit Veränderung, Seriation mit Innovation.
Progression
Unterschiedlich stufenweise fortschreitende Anzahl und Anordnung von Formelementen innerhalb einer Gestaltung. Die Progression ist eine Serie, die ein Beschleunigungsmoment aufweist. Dieses Beschleunigungsmoment kann auf einem mathematischen Regelcode berugen (z.B. 1+2+4+8+16+...) Dies kann auf verschiedene syntaktische Elemente wie Grösze, Winkel, Abstand angewendet werden.
Permutation
Durch Austausch zahlenmäszig festgelegter Reihenglieder werden Formelemente flächenhaft so geordnet, dass sich keine Elementenfolge horizonal und vertikal unmittelbar wiederholt.
Bewegung, Rhythmus
Ordnen von Flächen im dynamischen Wechsel von Form und Abstand in einer wiederkehrenden Ordnung. Rhythmus ist Bewegung, in der Regel im Wechsel von zwei Elementen. Die Variation der Elemente kann sich auf verschiedenste syntaktische Mittel beziehen (Grösze, Form, Farbe). Rhythmus kann starke oder schwache Bewegung auslösen.
Proportion (z.B. dominierende oder polarisierende Wirkung, Symmetrie-, Asymmetriewirkung):
Gröszenverhältnisse zueinander (grosz-klein), Relationen. Mögliche Prinzipien: Der goldene Schnitt, (a-)symmetrische Gestaltungen.
Konstruktion
Die Konstruktion ist der Ergebnis einer bewussten Tätigkeit nach festen Aufbauregeln mit hohem Ordnungsgrad. Das Ergebnis einer Konstruktion ist die Struktur.
Verfremdung
Durch gezielte formale Eingriffe die Ausgangsform ungewohnt verändern oder in einen anderen Zusammenhang bringen. Gestalterische Möglichkeiten sind: Merkmale übertreiben, natürliche Erscheinung verzerren, unwirkliche Formzusammenhänge herstellen, eine untypische Farbe wählen, einen Gegenstand aus seiner gewohnten Umgebung lösen und in einen neuen Zusammenhang stellen.
Destruktion
Zerstörung einer Gestaltganzheit. Es ist das umgekehrte Prinzip der Konstruktion und kan deshalb besonders verdeutlicht werden, indem Aufgebautes zerstört wird.